Beim Versuch, mit dem herkömmlichen Messer Butter gepflegt aus der modernen Schachtelverpackung zu nehmen und möglichst dünn auf das Brötchen zu streichen, erinnerte ich mich an meinen Vater, wie er sich früher jeweils ärgerte, dass im Kristallgeschirr das Messer auf dem Glasrand aufstand und vom Butterscheibchen immer eine Ecke stehen blieb. Er freute sich sehr, als er im Haushaltwarengeschäft dann endlich einmal ein flaches Buttergeschirr fand. Nun wunderte ich mich, dass trotz der Vielfalt an nützlichen Haushalthilfen heute noch niemand an die neueren Verpackungen für Butter und Frischkäse dachte.

Prototypen
Vorerst aus Spass befasste ich mich nun mit nützlichen oder komplizierten Handgriffen am Frühstückstisch. Als Handarbeitslehrerin hatte ich das Geschick, vorerst einmal primitive Prototypen aus Karton und Plexiglas herzustellen, zur Belustigung meiner Familie natürlich. Bald entdeckte ich aber, dass mit der speziellen Form auch gleich ein Käsemesser entstehen könnte, mit dem man sich von der, mitten im Tisch stehenden Platte, Käsestücke schneiden kann, ohne diese in die Hand zu nehmen.

Musterschutz
Meine nächsten Schritte führten nun zum Patentanwalt, sowie zu diversen Firmen und Herstellern. Die Enttäuschung: Fabrizierung in der Schweiz kommt zu teuer! Nachdem ich nach einigen Tests von der endgültigen Form überzeugt war, setzte sich ein guter Bekannter mit mir an den Computer und zeichnete das Messer mit allen Vermassungen. Er kannte eine Werkstatt, die mir aus echtem Stahl Klingen schneiden konnte. Diese musste ich in einer andern Firma härten und schleifen lassen. Immer wieder wurde ich mit guten oder auch nicht brauchbaren Tips überhäuft. Nach meiner eigenen Überzeugung und so, dass ich es finanziell verantworten konnte, machte ich die nächsten Schritte.

Material für Griffschalen und Schneidebrett
Die Prototypen erhielten Griffschalen aus Corean-Resten, (Acrylstein). Bei der Überlegung nach einer geeigneten Verkaufs-Verpackung kam mir die Idee für ein dazupassendes Schneidbrettchen. Ich liess solche herstellen und verschenkte die Sets mit Messer auf Weihnachten 2003 in meinem Bekanntenkreis. Praktisch überall haben sie den Test bestanden. Käser wünschten aber eine Ausführung mit Holzgriffen und in einer Schaukäserei kam mir unter den vielen Touristen die Idee für die roten Griffe mit Schweizerkreuz.

Entwicklungskosten
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte mich das Ganze aber ziemlich Geld gekostet. Dafür wurde ich immer wieder mit interessanten Kontakten und guten Erfahrungen in der Geschäftswelt belohnt. Irgendwann stiess ich auf die Adresse meiner heutigen Herstellerfirma in Solingen. Im Herbst 2004 reiste ich dorthin und Fachleute begutachteten meine Prototypen. Ich entschied mich zu einer Bestellung von 2000 Stk. mit verschiedenen Griffen. Nun war ich verpflichtet, diese Messer zu verkaufen.

Verkaufsverpackung
Auf der Suche nach einer günstigen Verkaufsverpackung, streifte ich mit aufmerksamen Augen durch Verkaufsregale, besuchte Messen und durchstöberte viele Geschäfte. In einer Papeterie fand ich Kreditkartenhüllen, die per Zufall genau die Grösse meiner Klingen haben und als Schutz dienen und in die gleich auch die klein zusammengefaltete Gebrauchsanweisung gesteckt wird.

Verkaufsmöglichkeiten
In einer kleinen Ecke an einem Weihnachtsmarkt machte ich dann die ersten Versuche als Verkäuferin. Ein erster grösserer Verkaufsauftritt war an der Olma 05 und kurz darauf erhielt ich an der Winterthurer-Messe 05 einen gesponserten Stand für Innovative Jungunternehmen. Dank meiner Kontaktfreudigkeit konnte ich auch schon bald Firmen beliefern, die das Messer mit ihrem Logo auf der Klinge als Geschenk für ihre Kunden oder für ihr Personal bestellten.

Käsefachkreise
Ein Höhepunkt meiner Verkaufsanfänge war 2006 der Swiss-Cheese-Award und der Käsemarkt in Huttwil. In praktischen Verkaufsdispensern stehen die Messer bereits auch in diversen Käsereien und Detailgeschäften.

Eintrag im Handelsregister
Das Logo: ub-design.ch
ub kommt von Ursula Bohn oder bedeutet Universelles Brunchmesser.